Kollage

Der Essay(-film) ist:

 

eine Filmgattung, die keine sein will

hat keine Theorie und keine Methode

Äußerung von Gedanken auf der Leinwand macht den Versuch zur Form

die Kunstform der Theorie

ein Befreiung aus Gesetztheiten

Hinterfragung der selbstverständlichen Gewissheiten

vermengte Praktiken der Sichtbarmachung

Kunstwerke in Bewegung

eine Fusion des Risses

Diskontinuitat ist dem Essay wesentlich

denkt in Brüchen, ein stets stillgestellter Konflikt

subjektive Sicht des Filmers

es geht um die hohe Kunst des Fragens

die Öffnung auf das Unbekannte die laufend neu zu bestimmende Qualität der Suche selbst

ein tastendes Verfahren.

nicht linear: vielmehr rhizomatisch.

bildet Bewusstseinsprozesse nach

der sprunghafte Wechsel der Aufmerksamkeit

die Rückkehr zu einem früheren Gedanken

die Wiederholung

Das Wichtige ist doch, was in diesem Begriff drinsteckt, nämlich eine bestimmte Infragestellung von – sowohl von der Bild – als auch Tonebene bzw. der Textebene – dem Wort und dem Bild also generell, und ihnen jeweils die in sich befindlichen Möglichkeiten – soweit das geht – wieder ein Stuckchen zurückzugeben.“ (Gerd Roscher)

 

Adorno und der Film:

Adorno bemerkt hinsichtlich der Ansichten, die über den Essay kursieren, dass er,,in Deutschland als Mischprodukt verrufen ist‘‘, dass er weder ,,wissenschaftlich‘‘ etwas leiste noch ,,künstlerisch etwas schaffe. Adorno selbst sieht allerdings im Essay aber nicht einfach einen unproduktiven,,Mischling‘‘aus Wissenschaft und Kunst, er sieht in ihm eher eine,,Ketzerei“, die in beiden Bereichen keinen festen Standpunkt hat und dennoch einen Erkenntnisgewinn verbuchen kann.

Kunst und Wissenschaft, die ”qualitativ“verschieden nach ,Erkenntnis‘‘ streben, sind eigentlich nicht in verschiedene Bereiche aufzuteilen. Wenn die Wissenschaft sich mit dem spezifischen Gegenstand bzw. mit dem Geist beschäftigen will, hatte sie mit der Kunst komplementär zusammenwirken können.

,Im Verhältnis zur wissenschaftlichen Prozedur und ihrer philosophischen Grundlegung als Methode zieht der Essay, der Idee nach, die volle Konsequenz aus der Kritik am System.‘

Der Essay muss frei denken und seinen Gegenstand frei auswählen, damit er ihn ill seiner Wechselwirkung mit anderen Gegenständen erkennen kann und der Methode einer erstarrten wissenschaftlichen Prozedur entgeht. Der Essay, der frei mit Gegenständen umgeht, setzt sich auch mit der Art seiner Darstellung auseinander.

 

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