Mehr als nur Ein Versuch einer essayistischen Installation: Assemblages

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Interaktive Installation von „Milles Plateaus“ von Pascal Dusapin

(2014)Assemblages ist ein audiovisuelles Forschungsprojekt uber Félix Guattari und seine revolutionäre psychiatrische Praxis, sein politisches Engagement, seine Vorstellungen über ecosophy” und sein Interesse am Animismus – vor allem im brasilianischen und japanischen Kontext. Jeder Bildschirm verstärkt eine Sinnesmodalitat: Sehen, Hören, Lesen. Die Montage des archivierten Materials spiegelt Guattari’s Begriff der „Assemblage“, der sich als Hauptthema durch die gesamte Installation zieht. LINK

Der Begriff stammt aus dem bahnbrechendem Buch „Tausend Plateaus“ von 1980, welches Guattari gemeinsam mit Gilles Deleuze veröffentlicht hat. Als einst an der HGB der geniale Marc Ries die Philosophie lehrte, sprang er beim Deleuze-Seminar auf den Tisch. Nur so war es ihm möglich, den bestechenden Gehalt dieses Buchs entsprechend seiner eigenen Begeisterung zu verdeutlichen. Zurecht!

Zugegeben, das Buch ist etwas sperrig, man liest es nicht mal eben so. Es ist komplex, vielschichtig im wahrsten Sinne des Wortes, denn es geht um ein neues Verständnis von hierarchischen Strukturen. Auch wenn es als sozialwissenschaftliches Werk gehandelt wird: es ist Philosophie! Wer dieses Buch verinnerlicht, begibt sich auf einen Weg der neuen Wahrnehmung: ein baumartigen Denkansatz tut sich auf! Anstatt bi-univoke Beziehungen in der Welt hinzunehmen, bieten die beiden Autoren eine „rhizomatischen“ Beklimmung der Weltanschauung. Die einzelnen Schichten bzw. das Zusammenwirken dieser, lassen sich nur in Form einer Karte bzw. im Sinne von Landkarte darstellen und denken. In den „Tausend Plateaus“ zeigen die beiden anhand von mehreren, voneinander unabhängig lesbaren Kapiteln (Plateaus), wie disparaten Themen aus Biologie, Politik und Kunst begegnet werden soll bzw. wie man bei Erstellung der Karten vorgehen könnte.

Zurück zum Begriff „Assemblage“:

Es geht nicht um eine Anreicherung von Homogenem, sondern vielmehr um eine Ansammlungen von Gleichartigem, um ein mögliches bzw. zufälliges Zusammenstellen von Praktiken und Dinglichkeiten, zwischen denen differenziert werden kann (und) die entlang den Achsen von Territorialität und Entterritorialisierung ausgerichtet werden müssen. 

Ging es hin und wieder um das Dritte Bild, um die neue Bedeutung (Arnold Hauser, Roland Barthes, Minh-hà, Adorno), so geht es auch hier darum, neue Räume zu erschließen, indem Milieus dechiffriert und neu kodiert werden.

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